Projekt Beschreibung

NetWorkHub Dresden

Verkehrsknoten der Zukunft

Dresden bekommt einen zentralen Mobilitäts-Hub direkt am Hauptbahnhof: multimodal und nachhaltig. Für den Entwickler S&G Development ist es die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte, die rund 100 Kilometer westlich ihren Anfang nahm.

Die private wie berufliche Mobilität ist im Wandel. Immer mehr Menschen sind multimodal unterwegs, nutzen für ein Fortbewegen von A nach B unterschiedliche Verkehrsmittel, ganz nach Bedarf, Tageszeit und Verfügbarkeit. Die physische Verbindung erfolgt an sogenannten Mobilitäts-Hubs – Knotenpunkten, an denen Bahnen und Busse, Mietfahrräder und emissionsarme Mietautos bereitstehen. Auch am Endpunkt der ersten deutschen Ferneisenbahn in Dresden ist ein solches verknüpfendes Verkehrsangebot geplant. Der zuständige Projektentwickler, die S&G Development GmbH mit Sitz in Leipzig und Frankfurt am Main, hat aber noch weitaus mehr vor. Unter dem Titel NetWorkHub soll an der Westseite des Wiener Platzes, direkt neben dem Hauptbahnhof der Landeshauptstadt, ein modernes Gebäudeensemble aus vier zusammenhängenden Baukörpern unterschiedlicher Höhe entstehen. Die wichtigsten Bausteine sind ein Fernbusterminal mit zehn überdachten Bussteigen, ein Fahrradparkhaus mit 800 größtenteils unentgeltlichen Fahrradabstellplätzen sowie sehr moderne, auf die neuen Anforderungen an Büro- und IT-Arbeitswelten eingehende Officeflächen-Angebote für bis zu 1.500 Arbeitsplätze. Auf das Multimodalitäts-Konto zahlen zudem umsteigefreundliche Anschlüsse mit kürzesten Wegen zu Regional- und Fernverkehr sowie ÖPNV ein.

Spezialist im Bereich Gewerbeimmobilien

Für S&G ist das innovative wie ehrgeizige 80-Millionen-Euro-Projekt „ein weiterer Höhepunkt der Unternehmensgeschichte“, wie Geschäftsführer Dr. Ingo Seidemann sagt. Die 2012 gegründete Firma ist ein Spezialist für die Entwicklung kleiner, mittlerer und größerer Gewerbeobjekte in den Bereichen Einzelhandel, Hotel und Sonderimmobilien. Vor zwei Jahren konnte sie eine Ausschreibung für den Fernbusterminal für sich entscheiden. „Wir werden sicherstellen, dass dieses an den Bedürfnissen seiner Nutzer orientierte Projekt in hervorragender Qualität und unter Beteiligung der Dresdner Bürgerschaft umgesetzt wird“, unterstreicht Dr. Ingo Seidemann.

Worte des Lobes kommen aus der Lokalpolitik. Stephan Kühn, Dresdens Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaft, sieht in dem Neubaukomplex „eine Schlüsselinvestition für eine nachhaltige Mobilität“. Städtebaulich sei dieser ein wichtiger Beitrag, das Umfeld des Hauptbahnhofes und des Wiener Platzes – beide bilden immerhin das südliche City-Entree – aufzuwerten. Laut dem verkehrspolitischen Sprecher der Dresdner SPD-Fraktion, Stefan Engel, werde das Konzept von S&G den Hauptbahnhof „als Mobilitätsdrehscheibe weiter stärken“.

20.000 Quadratmeter flexible Büroflächen

Der Entwurf für den NetWorkHub stammt aus der Feder des lokal ansässigen Architekturbüros KNERER UND LANG. Den vorderen Bereich bildet ein Zehngeschosser als Eingang zum Fernbusterminal. Im Erdgeschoss werden neben Ticketschalter und Wartebereich im hinteren, dem Fernbusterminal vorbehalten Teil, auch kleinflächigere Shop+Snack-Angebote zu finden sein. Davor öffnet sich eine attraktive Entree- und Erschließungslösung einladend zum Wiener Platz hin. Darunter entsteht das Fahrradparkhaus, das auch Lademöglichkeiten für E-Bikes und ausgewählte Serviceangebote für Fahrradnutzer offeriert.

Über dem Dach des Fernbusterminals – gleichsam als highstreet-artige quasi-öffentliche begehbare Fläche – befindet sich die sogenannte Plaza, zu der man über eine großzügige Freitreppe vom Wiener Platz aus gelangt und die zum einen als Erschließungsebene für hier angesiedelte Restaurant- und Verweilangebote – sowohl indoor als auch outdoor – dient und über die man zum anderen in den ca. 250 m langen vielgliedrigen höhenabgestuften fassaden-begrünten Gebäudekomplex gelangt, der auf ca. 20.000 qm Geschoßfläche modernste flexible und individuell konfigurierbare Office-Angebote unterschiedlicher Flächen- und Raumstruktur für anspruchsvolle Arbeitswelten des IT-Zeitalters bietet.

„Wir schaffen ein Stück modernes urbanes Leben in Dresden an prominenter Stelle“, sagt Dr. Ingo Seidemann. Zu den besonderen Highlights für die Dresdner Öffentlichkeit gehört ihm zufolge insbesondere die quasi-öffentliche Plaza, welche für Reisende und Fußgänger eine „attraktive Ergänzung“ des öffentlichen Stadtraumes bietet – Aufenthaltsqualität mit Aussicht auf das Stadtzentrum und den quirligen ein- und ausfahrenden Bahnverkehr des Hauptbahnhofs, so der S&G-Geschäftsführer.

Erste Ideen zur Fassadengestaltung sehen eine vertikale Pflanzen-Rankstruktur für die Gebäudehülle vor, an der Pflanzen nach oben und unten wachsen, ergänzt durch eine horizontale Balustradenbegrünung zwischen der Fernbusterminal- und der Plaza-Ebene. So könnte den Hitze ausstrahlenden, hochversiegelten Flächen in der Umgebung stadtklimatisch mildernd entgegengewirkt werden. Hinzu kommen intensiv begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen und weitläufige Dachterrassen als gemütliches Freiluftareal in Ergänzung der Arbeits- und Büroflächen in den oberen Geschossen.

Abgerundet wird der multimodale Arbeitswelt- und Mobilitäts-Hub am Dresdner Hauptbahnhof –„Network-Hub“- wie ihn die Entwickler benannt haben – durch die Integration einer neuen Straßenbahnhaltestelle sowie die Verknüpfung mit dem Königspavillon vor dem Hauptbahnhof. Dieser ermöglicht nach einem inzwischen durch die DB abgeschlossenen Umbau einen direkten Zugang zum S-Bahnverkehr auf kürzestem Wege.

Entwickler des Leipziger Fernbusterminals

Dass S&G ein derart anspruchsvolles Projekt erfolgreich umsetzen kann, hat das Unternehmen bereits gut 100 Kilometer westlich der sächsischen Landeshauptstadt bewiesen. Nach einjähriger Bauzeit vollendete der Entwickler im März 2018 das neue Fernbusterminal an der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofes, welches allein im ersten Betriebsjahr über anderthalb Millionen Reisende nutzten. Das Angebot vor Ort: neun überdachte Bussteige und zwei Reservesteige im Außenbereich, Gepäckaufbewahrung, Angebote für Reisebedarf sowie ein aufgestapeltes Parkhaus mit 550 Pkw-Stellplätzen. Die Handschrift von S&G trägt zudem das unmittelbar daneben befindliche Hotel-Duo aus HYPERION und H2 Hotel, das mit seinem zweiteiligen großzügigen Gebäudeensemble einen markanten städtebaulichen Abschluss der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofes verkörpert und Anfang 2020 fertiggestellt wurde.

In Dresden hofft der Investor, diese Erfolgsgeschichte bald fortsetzen zu können. Der Kauf des circa 7100 Quadratmeter großen Grundstückes am Wiener Platz konnte – nachdem ihn die Stadt in diesem Frühjahr abgesegnet hatte – inzwischen vollzogen werden. Nun muss noch der Bebauungsplanentwurf grünes Licht erhalten. „Wir sind guter Dinge“, sagt Dr. Ingo Seidemann, „mit dem Bau des NetWorkHub im nächsten Sommer starten zu können.“ Er rechne mit drei Jahren Bauzeit. Dresdens neuer Verkehrsknoten könnte damit Mitte 2025 in Betrieb gehen – und dann das Reisen und Arbeiten in der Stadt an zentraler Stelle attraktiv bereichern.

Quelle: IMMOBILIEN AKTUELL